Samstag, 5. Januar 2008

Nachtrag Varanasi

Varanasi ist fuer mich der zwiespaeltigste Ort, den ich je besucht habe. Einersteits mit den vielen Prunkbauten rund um die Ghats und den Ghats selber von Hause aus eine wunderschoene Stadt. Die morgendliche und abendliche Puja-Zeremonien sind tolle und spannende Momente in der Stadt. Ueberall gibt es etwas spannendes zu entdecken. Vor allem auch die vielen kleinen Altstadtgassen haben es mir angetan. Hier ist man wirklich im Orient angekommen. Manchmal fuehlt man sich ins Mittelalter zurueckversetzt. So stelle ich mir vor muss es im Mittelalter in Mitteleuropa ausgesehen haben. Dann die vielen Shops mit herrlich vielfarbigen Tuechern, Sarees und anderen Stoffen. Ein Augenschmaus!

Die andere Seite aber das ist der ganze Dreck. Die Luftverschmutzung ist so gross, dass man oft meint keine Luft mehr zu kriegen. Die japanischen Besucher Varanasis haben es sich deshalb zur Gewohnheit gemacht einen Mundschutz ueber Mund und Nase zu tragen, um nicht ganz so viel Dreck einzuatmen. Dann die vielen heiligen Kuehe, die ueberall rumrennen und alles vollscheissen, so dass man staendig aufpassen muss nicht in Kuhscheisse zu treten. Diese Kuhscheisse ist aber durchaus nuetzlich. Denn die ganz Armen sammeln die Scheisse mit den Haenden ein, um sie dann in Fladen zu formen und in der Sonne zu trocknen. Die getrockneten Fladen dienen dann dazu ein Feuerchen anzuheizen, auf dem gekocht wird und das waehrend der Nacht warm haelt. Dazu kommen dann noch jede Menge herumlaufende Ziegen, Affen und natuerlich streunende Hunde. Aber damit nicht genug auch die Menschen pissen und kacken wo sie gehen und stehen, weil es fas keine oeffentlichen Toiletten gibt. Als wird einfach an die naechste Hauswand gepinkelt. Der Muell wird einfach ueberall hingeschmissen und da helfen auch keine Schilder "save Ganga, schmeiss deinen Muell in die Muelltonnen", denn die Muelltonnen sind so spaerlich und werden nie geleert. Dazu kommt dann noch der wahnsinns Verkehr, obwohl es in Varanasi weit weniger motorisierte Fahrzeuge gibt als anderswo.

Dass die Menschen westliche Touristen nur als Sparschweine ansehen, darueber hatte ich ja bereits geschrieben. Vielleicht hier nochmals ein kleiner Zusatz. Da ich in der Regel immer mindestens doppelt soviel gezahlt habe, wie mein Reisefuehrer vorschlug (was immer noch super wenig war!), denke ich, dass alle die eine Dienstleistung fuer mich getan haben ein wirklich super Geschaeft gemacht haben. Das finde ich auch in Ordnung, obwohl ich weiss, dass das die Preise verdirbt. Aber, dass man mir dann auch noch staendig vorhielt, dass ich zu wenig gezahlt haette und mich mit einem schlechten Gewissen zurueckliess, um am Ende noch mehr Geld rauszupressen, das fand ich unmoeglich. Ein bisschen mehr Dankbarkeit wuerde den Indern gut zu Gesicht stehen.

Hier meine gesammelten Bilder aus Varanasi...

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