Nachdem ich mich noch in Ruhe von Bodhgaya und dem herrlichen Tempel verabschieden konnte, denn der Zug fuhr laut Fahrplan erst um 13.50 Uhr, machte ich mich mit einer Autoriksha auf den Weg nach Gaya und zum Bahnhof. Eine Autoriksha tauchte auch sofort auf und bot mir die Fahrt zu 100 Rs (2 Euro) an, was auch meinen Preisvorstellungen entsprach. In der Riksha sass allerdings schon ein indischer Bauer, der sein Getreide nach Gaya befoerdern wollte. Die Riksha war also voll beladen mit Saecken mit Mais und Maismehl. Ich hiefte mein Gepaeck herein und stellte meinen grossen Rucksack in die Mitte zwischen mich und den Inder. Waehrend der Fahrt spuerte ich ploetzlich wie mich etwas beruehrte, ich war mir aber nicht so ganz sicher, weil das so dezent war, dass ich es eigentlich gar nicht merkte. Nun schaute ich hin und sah, dass der Inder hinter meinem Rucksack seine Hand an meinen Oberarm zu legen versuchte. Ich rueckte ein wenig ab und der Inder kam immer naeher, bis ich fast aus der Riksha fiel. Am Ende stieg er dann mit seinem ganzen Getreide aus und ich wurde durch die gesamte Stadt zum Bahnhof gebracht.
Zunaechst einmal war es schwierig in Gaya herauszufinden auf welchem Gleis der Zug fahren wuerde, da hier alle Angaben nur auf Hindi waren und ich das leider noch nicht lesen kann. Ich erkundigte mich dann beim Bahnhofsmanager und dieser konnte mir das richtige Gleis nennen. Nun begann das Warten. Dass der Zug nicht puektlich sein wuerde damit hatte ich ja schon gerechnet. Aber nachdem er nach einer Stunde immer noch nicht da war, kam ich langsam ins Gruebeln. So suchte ich nach einem vertrauenswuerdigen Inder, der mir die Durchsagen auf Hindi uebersetzen koennte. Auf dem Bahnhof waren aber fast nur die Sorte Inder schmierig und ein bisschen eklig, die man nicht fragen moechte. Einer war mir aber schon laengere Zeit aufgefallen. Ich versuchte Kontakt aufzunehmen und das klappt in Indien eigentlich immer sofort. Ich fragte ihn dann, was mit dem Zug sei und er antwortete mir, dass der Zug 1 1/2 Stunden Verspaetung haben wuerde. Aus den 1 1/2 Stunden wurden dann 2, aber dann kam der Zug endlich und ich konnte meinen reservierten Platz ganz leicht finden. Zu meiner grossen Freude waren in meinem Abteil zwei weitere Deutsche, ein Paerchen aus Lippstadt. So unterhielten wir uns die halbe Nacht und tauschten unsere Indienerfahrungen aus. Insgesamt war es eine erfreuliche Zugfahrt. Morgens um 9 Uhr erreichten wir dann Puri.
Die doch bisher eher eintoenige indische Steppenlandschaft hatte sich hier in Orissa gewandelt. Wir fuhren durch sumpfige Gebiete mit kleinen Doerfern aus Lehmhuetten und Palmen. All das sah fuer mich das erste Mal so richtig indisch aus.
In Puri angekommen liess ich mich in ein nettes Guest House fahren. Hier gefaellt es mir.
Das Hotel ist ein Kolonialbau und ich habe ein herrliches grosses Zimmer mit Rundumblick und mit Sicht auf das Meer. Zum Hotel gehoert ein herrlicher gepflegter Garten indem man es sich gut gehen lassen kann. Der Strand ist kilometerlang, Sandstrand mit feinem hellen Sand. Und die indische Sonne ist echt heftig, das konnte ich heute feststellen, denn ich hatte mich uneingecremt auf meine ersten Exkursionen gemacht.
Hier gibt es auch wieder nette kleine Restaurants und herrlichen Fisch zu essen zu ganz kleinen Preisen. Ich werde jetzt wohl meine letzten Tage in Indien hier verbringen und die Zeit noch ein wenig zum Ausspannen nutzen.
Samstag, 5. Januar 2008
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