Varanasi ist eine verrueckte und irre Stadt und gleichzeitig raubt sie einem aber auch jeden Nerv.
Morgens nach dem Aufstehen ging ich erst mal zum Fluss, um die Ghats, die heiligen Plaetze an denen die Hindus ihr Bad im heiligen Fluss nehmen zu besichtigen. Die Ghats ziehen sich durch die ganze Stadt und es reiht sich ein Ghat an den anderen. Hier findet man den ganzen Wahnsinn Indiens. Pilger, die im heiligen Wasser baden, Sadhus, die in ihren orangen Roben und mit komisch angemalten Gesichtern rumrennen, Bettler, Leute, die irgendetwas verkaufen wollen, Leute, die Massagen, astrologische Beratungen, Handlesen oder aehnliches anbieten. Schlangenbeschoerer, Kinder, die Kunststuecke auffuehren etc. Es ist super bunt, aber auch ungemein anstrengend. Sobald jemand dich entdeckt, beginnt das Dollarzeichen in seinen Augen zu kreisen. Alle wollen sie irgendwie Geld mit dir machen. Und das ist ja erst mal nicht so schlimm. Aber jeder erzaehlt dir, alle sind boese und alle haben es nur auf dein Geld abgesehen, er aber nicht und ich koenne ihm vetrauen und wolle nur mit mir reden, Gastfreundschaft pflegen. Diese Masche geht einem aber irgendwann nur noch auf den Keks. Weil es einfach zu viele Menschen versuchen.



Ein kleiner junge, der nett aussah kam dann mit der selben Masche. Er hielt mir aber all die anderen vom Leib und rueckte wenigstens gleich von Anfang an raus, dass sein Onkel ein Seidegeschaeft besaesse und er mich nachdem wir alles gesehen haben zu seinem Onkel bringen koennte. "Only look, not buy". Varanasi ist nicht nur bekannt als die Stadt in der die Inder ihre Toten verbrennen, sondern auch als die Stadt der Seidenproduktion. So hatte ich sowieso vor mir mal so ein Seidengeschaeft anzuschauen. Ich ging also in das Hinterzimmer des kleinen Geschaefts und liess mich begeistern von den wundervollen Farben und Mustern der Seidenprodukte. Natuerlich kaufte ich am Ende auch etwas. Die Inder sind Meister der Farben und Muster, das muss man ihnen lassen.
Um ihre Seriositaet zu beweisen haben alle hier Empfehlungsschreiben von anderen Touristen. Also zeigte mir mein kleines Onkelchen seine Gaestebuecher, in denen meherere deutsche Touristen zuvor ihre Kommentare geschrieben hatten. Alle waren begeistert von der Qualitaet und der Schoenheit der Waren, warnten aber vor voellig ueberhoehten Preisen. Es gab dann erst mal Chai, dann wurden all die wunderschoenen Stoffe vor mir ausgerollt und ich sollte was mir gefaellt. Es war ein besonderes Erlebnis. Ich hatte mir ein Preislimit gesetzt, was ich nicht ueberschreiten wollte und so handelte ich ganz gut und erhielt die Ware ca. zu einem Drittel des Preises.
Danach wollte mich der Hotelangestellte zur Universitaet mitnehmen, wo er ganz zufaelligerweise gerade hinmusste. Und beifaellig erwaehnte er noch, dass er mich ja dann auch noch in einen Seidenshop begleiten koenne. Da ich mit der eingekauften Ware im Hotel ankam, schien er es sich anders zu ueberlegen und wollte mich nun nicht mehr in die Universitaet begleiten. Nun denn dachte ich mir, fahre ich alleine dorthin. Nach Verhandeln mit einem Autorikshafahrer, der absolut nicht zu meinem Preis in die Universitaet fahren wollte, entschied ich mich per Fahrradriksha zu fahren. Der Rikshafahrer konnte nur ein paar Brocken Englisch und entweder er wollte mich nicht verstehen oder verstand mich wirklich nicht, auf jeden Fall brachte er mich zum Bahnhof anstatt zur Universitaet.
Ich war ziemlich sauer, weil er dafuer auch noch einen voellig ueberhoehten Preis verlangte. Aber da ich nun mal schon am Bahnhof war, entschied ich mich die Gunst der Stunde zu nutzen und ging in die Tourist Reservation Office, um meine Fahrkahrten fuer meine Weiterfahrt zu buchen. Ich bekam denn auch alle Tickets, die ich brauchte und werde nun am 1.1.08 nach Bodhgaya, der heiligsten Stadt der Budhisten und am 4.1.08 nach Puri ans Meer weiterfahren.
Dann liess ich mich zum Hauptgath an den Ganges zurueckfahren, um abends an der Pooja, der Abendzeremonie der Hindus teil zu nehmen. Hier lief ich dann Benny in die Arme und war froh Gesellschaft zu haben. Wir schauten uns die Pooja an, eine tolle und farbenfrohe Feuerzeremonie und entschieden danach gemeinsam in ein klassisches indisches Konzert zu gehen. Veranstaltet wurde das Ganze von der international music school of varanasi. Varanasi ist auch eine sehr musikalische Stadt. Unzaehlige Musikschulen und Musiklaeden findet man hier. Auch der welbekannte Sitar Spieler Ravi Shankar kommt gebuertig aus Varanasi.
Es gab ein wunderschoenes Konzert mit Sitar und Tabla, mit zwei sehr guten Musikern, die wohl schon Tourneen durch die ganze Welt und auch durch Deutschland gemacht hatten. Ein wirklicher ohren- und augenschmaus.
Morgens nach dem Aufstehen ging ich erst mal zum Fluss, um die Ghats, die heiligen Plaetze an denen die Hindus ihr Bad im heiligen Fluss nehmen zu besichtigen. Die Ghats ziehen sich durch die ganze Stadt und es reiht sich ein Ghat an den anderen. Hier findet man den ganzen Wahnsinn Indiens. Pilger, die im heiligen Wasser baden, Sadhus, die in ihren orangen Roben und mit komisch angemalten Gesichtern rumrennen, Bettler, Leute, die irgendetwas verkaufen wollen, Leute, die Massagen, astrologische Beratungen, Handlesen oder aehnliches anbieten. Schlangenbeschoerer, Kinder, die Kunststuecke auffuehren etc. Es ist super bunt, aber auch ungemein anstrengend. Sobald jemand dich entdeckt, beginnt das Dollarzeichen in seinen Augen zu kreisen. Alle wollen sie irgendwie Geld mit dir machen. Und das ist ja erst mal nicht so schlimm. Aber jeder erzaehlt dir, alle sind boese und alle haben es nur auf dein Geld abgesehen, er aber nicht und ich koenne ihm vetrauen und wolle nur mit mir reden, Gastfreundschaft pflegen. Diese Masche geht einem aber irgendwann nur noch auf den Keks. Weil es einfach zu viele Menschen versuchen.
Ein kleiner junge, der nett aussah kam dann mit der selben Masche. Er hielt mir aber all die anderen vom Leib und rueckte wenigstens gleich von Anfang an raus, dass sein Onkel ein Seidegeschaeft besaesse und er mich nachdem wir alles gesehen haben zu seinem Onkel bringen koennte. "Only look, not buy". Varanasi ist nicht nur bekannt als die Stadt in der die Inder ihre Toten verbrennen, sondern auch als die Stadt der Seidenproduktion. So hatte ich sowieso vor mir mal so ein Seidengeschaeft anzuschauen. Ich ging also in das Hinterzimmer des kleinen Geschaefts und liess mich begeistern von den wundervollen Farben und Mustern der Seidenprodukte. Natuerlich kaufte ich am Ende auch etwas. Die Inder sind Meister der Farben und Muster, das muss man ihnen lassen.
Um ihre Seriositaet zu beweisen haben alle hier Empfehlungsschreiben von anderen Touristen. Also zeigte mir mein kleines Onkelchen seine Gaestebuecher, in denen meherere deutsche Touristen zuvor ihre Kommentare geschrieben hatten. Alle waren begeistert von der Qualitaet und der Schoenheit der Waren, warnten aber vor voellig ueberhoehten Preisen. Es gab dann erst mal Chai, dann wurden all die wunderschoenen Stoffe vor mir ausgerollt und ich sollte was mir gefaellt. Es war ein besonderes Erlebnis. Ich hatte mir ein Preislimit gesetzt, was ich nicht ueberschreiten wollte und so handelte ich ganz gut und erhielt die Ware ca. zu einem Drittel des Preises.
Danach wollte mich der Hotelangestellte zur Universitaet mitnehmen, wo er ganz zufaelligerweise gerade hinmusste. Und beifaellig erwaehnte er noch, dass er mich ja dann auch noch in einen Seidenshop begleiten koenne. Da ich mit der eingekauften Ware im Hotel ankam, schien er es sich anders zu ueberlegen und wollte mich nun nicht mehr in die Universitaet begleiten. Nun denn dachte ich mir, fahre ich alleine dorthin. Nach Verhandeln mit einem Autorikshafahrer, der absolut nicht zu meinem Preis in die Universitaet fahren wollte, entschied ich mich per Fahrradriksha zu fahren. Der Rikshafahrer konnte nur ein paar Brocken Englisch und entweder er wollte mich nicht verstehen oder verstand mich wirklich nicht, auf jeden Fall brachte er mich zum Bahnhof anstatt zur Universitaet.
Ich war ziemlich sauer, weil er dafuer auch noch einen voellig ueberhoehten Preis verlangte. Aber da ich nun mal schon am Bahnhof war, entschied ich mich die Gunst der Stunde zu nutzen und ging in die Tourist Reservation Office, um meine Fahrkahrten fuer meine Weiterfahrt zu buchen. Ich bekam denn auch alle Tickets, die ich brauchte und werde nun am 1.1.08 nach Bodhgaya, der heiligsten Stadt der Budhisten und am 4.1.08 nach Puri ans Meer weiterfahren.
Dann liess ich mich zum Hauptgath an den Ganges zurueckfahren, um abends an der Pooja, der Abendzeremonie der Hindus teil zu nehmen. Hier lief ich dann Benny in die Arme und war froh Gesellschaft zu haben. Wir schauten uns die Pooja an, eine tolle und farbenfrohe Feuerzeremonie und entschieden danach gemeinsam in ein klassisches indisches Konzert zu gehen. Veranstaltet wurde das Ganze von der international music school of varanasi. Varanasi ist auch eine sehr musikalische Stadt. Unzaehlige Musikschulen und Musiklaeden findet man hier. Auch der welbekannte Sitar Spieler Ravi Shankar kommt gebuertig aus Varanasi.
Es gab ein wunderschoenes Konzert mit Sitar und Tabla, mit zwei sehr guten Musikern, die wohl schon Tourneen durch die ganze Welt und auch durch Deutschland gemacht hatten. Ein wirklicher ohren- und augenschmaus.
2 Kommentare:
Liebe Solveig,
was Du so schreibst, spiegelt mir das Bild wider, welches ich mir von Indien schon seit langer Zeit gemacht habe. Es ist ein armes Land und jeden Tag lebst man, um zu überleben. Ich kann verstehen, wenn die Menschen Dich dauernd quälen, damit Du ihnen die Ware abkaufst, die eigentlich keiner braucht. Aber damit verdienen sie ihren Unterhalt. Also nicht böse sein. Sie machen halt ihren Job und der ist bestimmt nicht einfach.
Seidentücher hast Du gekauft? Bitte aufpassen, ob die Farbe auch echt ist. Leider müssen die Inder mit Chemikalien arbeiten, die bei uns nicht erlaubt sind. Des weiteren arbeiten die Inder ohne Arbeitsschutzmittel. Ist schon sehr traurig, aber sei vorsichtig, ob die Stoffe auch gut gereinigt wurden, damit Du nicht die Chemikalien über die Haut aufnimmst.
Ich werde langsam immer neidischer auf Dich. Du erlebst eine völlig andere Kultur und schreibst es hier sehr spannend nieder. Hoffentlich bringst Du auch ein paar Fotos nach hause. Manchmal kann man sich das ganze nicht so richtig vorstellen und ich wünsche mir ein paar Bilder, damit meine Vorstellungskraft ein wenig in die richtige Bahn geführt wird.
Morgen schon ist Silvester. Wie feiern die Inder diesen Tag? Jedenfalls werden die Europäer bestimmt eine Silvesterparty steigen lassen. Mich würde schon interessieren, wie die Inder den Jahreswechsel begrüßen. Du hast das Glück, dass neue Jahr ein paar Stunden früher begrüßen zu dürfen. Also, jetzt schon mal einen guten Rutsch ins Jahr 2008. Hoffentlich geben Dir die Gurus ein paar nützliche Tipps für das neue Jahr.
Also, wenn wir von Dir in den kommenden Tagen nicht mehr hören, dann wissen wir, wie intensiv die Inder Silvester feiern ;-)
Ich denke an Dich und freue mich, wenn ich wieder von Dir einen Tagesbericht lesen kann.
Ich wünsche Dir alles Gute und einen guten Rutsch in Jahr 2008 sendet Dir
Klaus
Schlimm ist ja gar nicht so sehr, dass man mir staendig was verkaufen will, damit habe ich ja sowieso gerechnet. Aber, man goennt seinem Nebemann kein Geschaeft. Immer erzaehlt man mir, dass ich aufpassen soll auf all die anderen die es nicht gut meinen mit mir. Nur man selber gehoert zu den Guten und will kein Geld machen, sondern sich nur mit mir unterhalten. Und dann kommts wieder zum Geschaeftemachen.
Die Seidentuecher sind wunderschoen. Und ueberhaupt alles was sie hier verkaufen. Herrliche Farben. Varanasi ist bekannt fuer seine gute Seide.
Fotos einstellen gestaltet sich schwierig, da die Internetverbindungen oft sehr langsam sind und ich die Zeit dann lieber zum Schreiben nutzen will. Ich hab aber so ca. 300 Fotos gemacht. Und wenn ich bald wieder eine bessere Verbindung finde stelle ich auch wieder einige Bilder online.
Silvester wurde ausgiebig in Varanasi gefeiert, mit Konzerten und auch Feuerwerk, aber da ich die Stadt so satt hatte bin ich lieber ins Bett gegangen.
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