Dienstag, 25. Dezember 2007

Tagesausflug nach Haridwar

Nachdem ich gestern abend keine Party mehr auftreiben konnte, habe ich mir noch eine Ayurvedische Massage zu Weihnachten spendiert. Es war herrlich, danach bin ich dann voellig entspannt ins Bett gegangen.

Daher war ich heute schon relativ frueh auf den Beinen und konnte so meinen Tagesausflug nach Haridwar in Angriff nehmen. Haridwar ist die naechste groessere Stadt hier in der Naehe und liegt ungefaehr 24 km entfernt. Mit dem Bus braucht man ca. 3/4 Stunde. So liess ich mich heute morgen erst mal mit einer Riksha zum Busbahnhof bringen. Dort stand dann auch schon ein Bus bereit, der gerade losfuhr und mich noch mitnahm. Es war eine der Luxusbusse und kostete ca. 5 Euro. Das ist super viel fuer indische Verhaeltnisse. Dafuer war der Bus ganz gut in Ordnung und vor allem hatte man ordentlich Platz. Vor allem fuer Langbeiner wie mich eine gute Sache.

In Haridwar ging ich dann erst mal zum Bahnhof, um mein Zugticket nach Varanasi zu reservieren. Am 27.12. werde ich dann also weiterreisen. Der Schalter an der Reservation Office war voll, aber es ging dann doch erstaunlich schnell. Natuerlich musste man auch hier wieder die indischen Buerokratiehuerden ueberwinden. Also wieder Formulare ausfuellen. Erstaunlicherweise bekam ich dann tatsaechlich ein Ticket im 2. Klasse Schlafwagen. Jetzt bin ich natuerlich sehr gespannt auf das Reisen in indischen Zuegen. Die Fahrt nach Varanasi soll laut Reisefuehrer 15 Stunden dauern. Ich hoffe, dass mit dem Ticket alles in Ordnung ist, da die Dame am Tresen mir nicht einmal sagen konnte, ob ich zwischendurch umsteigen muss. Das Ticket selber kostete mich sagenhafte 6 Euro.

In Haridwar liess ich mich dann erst mal mit einer Fahrradriksha zur Seilbahn fahren und fuhr mit der Seilbahn zum Mansa-Devi-Tempel.


Im Tempel selber war es mir zu hektisch, so dass ich mich schnell auf den Weg nach unten machte. Die indische Tempelkultur verstehe ich noch ueberhaupt nicht. Zum einen haben die Inder ueberall Tempel, jedes zweite Haus ist ein Tempel, indem einem der zahlreichen Goetterfiguren der Hindus gehuldigt wird. Aber Tempel sind nicht so ruhig und meditativ wie eine Kirche bei uns. Sie sind super quirlig und hektisch wie das restliche Indien auch.

Unterwegs fand ich noch einen herrlichen Platz mit toller Aussicht auf Haridwar und die Ganges-Ebene. Ich setzte mich, um die Aussicht zu geniessen und etwas zu entspannen. Von hier oben konnte man in weiter Ferne die 6000er und 7000er des Himalaya sehen. Sie schienen zwar fast im Dunst zu verschwinden, aber man konnte die schneebedeckten Gipfel sehen. Allerdings sehen sie auch nicht anders aus als die Alpen.

Kurze Zeit spaeter kam ein Touristenpaerchen. Sie hatten die bloede Idee die Affen mit Erdnuessen zu fuettern. Das war keine gute Idee, denn nach einer kurzen Weile scharten sich eine riesen Affenhorde um sie. Der groesste und Aelteste liess nicht locker, bevor er nicht die ganze Tuete Erdnuesse bekam.

Wieder unten in Haridwar schlenderte ich durch die herrlichen Gassen der Altstadt. Das ist wirklich Orient hier. Ueberall kleine Laeden mit Gegenstaenden mit herrlichen bunten Farben. Alles ganz eng und super einfach. Die Altstadt von Haridwar ist wirklich sehenswert.

Einer der heiligsten Orte der Hindus ist der Hari-ki-Pauri Ghat. Die Hindus kommen aus ganz Indien hierher, um ein Bad im Ganges zu nehmen. Ich setzte mich dort auf die Stufen und schaute den Badenden zu und liess mich vom Trubel treiben. Danach suchte ich mir ein kleines Restaurant direkt am Wasser, um etwas zu essen und machte mich dann auf den Rueckweg durch die Gassen der Altstadt und dann mit einer Fahrradriksha wieder zurueck zum Busbahnhof.

Dort fragte ich einen Mann der aussah als ob er Bustickets verkaufen wuerde, wo denn der Bus nach Rishikesh fahren wuerde. Er zeigte in eine Richtung. Aber dort standen mindestens 20 Busse. Kurze Zeit spaeter aber rief ein anderer Mann "rishikesh" und zeigte mir den Bus. Die Rueckfahrt trat ich mit dem Postbus an, der nicht im geringsten so bequem war wie der Bus auf der Hinfahrt. Meine Beine wollten einfach nicht zwischen die Sitze passen. Der Bus war voll bis auf den letzten Platz und einige mussten sogar noch stehen. Dafuer musste ich fuer die Rueckfahrt nur ca. 40 ct bezahlen. So unterschiedlich ist das in Indien.

Langsam merke ich, dass ich hier angekommen bin. Ich weiss mich zu bewegen, weiss so in etwa die Preise, weiss dass man handeln muss und kann und fuehle mich nicht mehr so hilflos wie am ersten Tag in Delhi. Indien ist ein hervorragendes Land, um als Frau allein unterwegs zu sein. Ich habe selten so wenig Anmache erlebt wie hier. Die Menschen sind unheimlich freundlich und super neugierig. Aber natuerlich sehen viele Inder die Europaer als Geldbringer und wollen nur Geld machen. Dabei ist es aber egal, ob man Frau oder Mann ist.






Weitere Bilder aus Haridwar gibts hier...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Liebe Solveig,
ich wünsche Dir ganz doll Frohe Weihnachten! Deine Reiseberichte lesen sich superspannend. Und wie schön, dass alles ganz gut zu klappen scheint und Du Dich in Indien sicher bewegen kannst. Bestimmt erwarten Dich noch fabelhafte Erlebnisse, ich bin schon gespannt auf Deine nächsten Einträge. Herzliche Grüße von Anke.