Sonntag, 30. Dezember 2007

Varansi - 2. Tag

Heute hatte ich meine erste Indienkrise. Irgendwie nervte mich alles. Schon heute morgen bin ich nicht aus dem Bette gekommen, hatte keine Lust aufzustehen und mich in den Trubel draussen zu werfen. Ich blieb also bis 9:30 im Bett und ging dann als erstes los ein gutes Fruehstueck zu finden. Nachdem ich einmal die Hauptstrasse nach oben gewandert war und dort nichts als laermende Fahrzeuge und den typischen indischen Verkehr vorfand, wanderte ich in die andere Richtung und fand dann nach einigem Suchen ein wunderschoenes ruhiges Plaetzchen, wo ich mein verspaetetes Fruehstueck einnahm. Sogar der Kaffee war hier richtig lecker, was in Indien selten ist.

Nach dem Fruehstueck wollte ich den goldenen Tempel in der Altstadt suchen. Aber statt den Tempel zu finden, fand ich nur wieder 1000de von Leuten, die mir irgendetwas verkaufen wollten. Das nervet mich heute ungemein. Ich ging dann ein wenig in den kleinen Gassen der Altstadt herum, hier war es ruhiger als anderswo. Auf der Suche nach einem Internetcafe, da ich ja schon 3 Tage nicht mehr geschrieben hatte, teilte man mir mit, dass es vormittags bis 15 Uhr nie Strom geben wuerde und damit ein Besuch im Internetcafe zu dieser Zeit nicht moeglich waere. Also schlenderte ich gemuetlich durch die Gassen bis ich wieder am Hauptghat ankam.

Nachdem mein gestriger Versuch die Universitaet zu besuchen fehl geschlagen war, wollte ich es heute noch einmal versuchen. Am Hauptghat angekommen stuerzten sich wieder die Massen auf mich. "Riksha, Riksha, you want Riksha." Ein Fahrradrikshafahrer machte zumindest den Eindruck ein wenig Englisch zu koennen und zu verstehen wo ich hinwollte. Also verhandelte ich mit ihm, dass ich nur einen Weg haben wollte und ob er mich dorthin bringen wollte. So fuhr ich also in meiner Riksha quer durch die ganze Stadt. Fahrradriksha fahren liebe ich. Das hat so etwas imperiales. Er brachte mich tatsaechlich dorthin wo ich hinwollte und erzaehlte mir sogar hin und wieder ein wenig ueber die Stadt.

Am Tempel der Universitaet wollte ich meinen Rikshafahrer wieder loswerden, aber er lies sich nicht abschuetteln. Er wollte mich unbedingt auch noch zu den anderen Sehenswuerdigkeiten der Stadt bringen und lies nicht locker. Also fuegte ich mich und hatte so zumindest Ruhe vor allen anderen Rikshafahrern und sonstigen Verkaeufern.

Die Universitaet ist eine der aeltesten und der groessten in ganz Indien. Das Gelaende gleicht einer richtigen kleinen Stadt. Es ist ein herrlicher Ruhepol zu der ansonsten so super quirligen Stadt. Der Tempel der Universitaet ist einen Besuch auf jeden Fall wert, eine wunderschoene Architektur und auch hier einfach mal Ruhe.

Als naechstes wollte ich das Fort sehen, auf der anderen Seite des Ganges. Es gibt hier in der Naehe der Universitaet eine provisorische Bruecke, die waehrend des Monsuns ueberschwemmt wird. In der Trockenzeit kann man hier aber passieren. Die Bruecke ist wieder so ein Indiz des indischen Lebens. Da liegen Lufttanks im Wasser und darueber sind Holzbohlen gelegt. Und die Inder fahren hier mit Autorikshas, Autos und Fahrraeder drueber unglaublich. Ich ging dann zu Fuss ueber die Bruecke und konnte ein paar schoene Blicke auf das Fort werfen. Leider ist dieser ehemalige Maharadja Palast total verkommen und deswegen nur von weitem Sehenswert. Von Nahem erschreckend herunter gekommen.

Dann brachte mich mein Rikshafahrer zu verschiedenen Hindutempeln, bis ich schliesslich genug hatte. Schliesslich musste ich noch einmal mit meinem Rikshafahrer steiten, da er mich fuer morgen verpflichten wollte auch mit ihm zu fahren, wollte er kein Geld fuer heute annehmen. Das sind immer so die psychologischen Tricks. Ich gab ihm dann ca. 3 Euro. Das ist eine Menge fuer einen Rikshafahrer. Er hatte mir vorher noch von seiner Familie erzaehlt, von seinen 3 kleinen Kindern. Er stammt aus Bihar, eine der aermsten Regionen Indiens und der Welt.

Jetzt freue ich mich ein weiteres Mal an der Pooja teilzunehmen, die hier gleich stattfinden wird.

Varanasi - 1. Tag

Varanasi ist eine verrueckte und irre Stadt und gleichzeitig raubt sie einem aber auch jeden Nerv.

Morgens nach dem Aufstehen ging ich erst mal zum Fluss, um die Ghats, die heiligen Plaetze an denen die Hindus ihr Bad im heiligen Fluss nehmen zu besichtigen. Die Ghats ziehen sich durch die ganze Stadt und es reiht sich ein Ghat an den anderen. Hier findet man den ganzen Wahnsinn Indiens. Pilger, die im heiligen Wasser baden, Sadhus, die in ihren orangen Roben und mit komisch angemalten Gesichtern rumrennen, Bettler, Leute, die irgendetwas verkaufen wollen, Leute, die Massagen, astrologische Beratungen, Handlesen oder aehnliches anbieten. Schlangenbeschoerer, Kinder, die Kunststuecke auffuehren etc. Es ist super bunt, aber auch ungemein anstrengend. Sobald jemand dich entdeckt, beginnt das Dollarzeichen in seinen Augen zu kreisen. Alle wollen sie irgendwie Geld mit dir machen. Und das ist ja erst mal nicht so schlimm. Aber jeder erzaehlt dir, alle sind boese und alle haben es nur auf dein Geld abgesehen, er aber nicht und ich koenne ihm vetrauen und wolle nur mit mir reden, Gastfreundschaft pflegen. Diese Masche geht einem aber irgendwann nur noch auf den Keks. Weil es einfach zu viele Menschen versuchen.

Ein kleiner junge, der nett aussah kam dann mit der selben Masche. Er hielt mir aber all die anderen vom Leib und rueckte wenigstens gleich von Anfang an raus, dass sein Onkel ein Seidegeschaeft besaesse und er mich nachdem wir alles gesehen haben zu seinem Onkel bringen koennte. "Only look, not buy". Varanasi ist nicht nur bekannt als die Stadt in der die Inder ihre Toten verbrennen, sondern auch als die Stadt der Seidenproduktion. So hatte ich sowieso vor mir mal so ein Seidengeschaeft anzuschauen. Ich ging also in das Hinterzimmer des kleinen Geschaefts und liess mich begeistern von den wundervollen Farben und Mustern der Seidenprodukte. Natuerlich kaufte ich am Ende auch etwas. Die Inder sind Meister der Farben und Muster, das muss man ihnen lassen.

Um ihre Seriositaet zu beweisen haben alle hier Empfehlungsschreiben von anderen Touristen. Also zeigte mir mein kleines Onkelchen seine Gaestebuecher, in denen meherere deutsche Touristen zuvor ihre Kommentare geschrieben hatten. Alle waren begeistert von der Qualitaet und der Schoenheit der Waren, warnten aber vor voellig ueberhoehten Preisen. Es gab dann erst mal Chai, dann wurden all die wunderschoenen Stoffe vor mir ausgerollt und ich sollte was mir gefaellt. Es war ein besonderes Erlebnis. Ich hatte mir ein Preislimit gesetzt, was ich nicht ueberschreiten wollte und so handelte ich ganz gut und erhielt die Ware ca. zu einem Drittel des Preises.

Danach wollte mich der Hotelangestellte zur Universitaet mitnehmen, wo er ganz zufaelligerweise gerade hinmusste. Und beifaellig erwaehnte er noch, dass er mich ja dann auch noch in einen Seidenshop begleiten koenne. Da ich mit der eingekauften Ware im Hotel ankam, schien er es sich anders zu ueberlegen und wollte mich nun nicht mehr in die Universitaet begleiten. Nun denn dachte ich mir, fahre ich alleine dorthin. Nach Verhandeln mit einem Autorikshafahrer, der absolut nicht zu meinem Preis in die Universitaet fahren wollte, entschied ich mich per Fahrradriksha zu fahren. Der Rikshafahrer konnte nur ein paar Brocken Englisch und entweder er wollte mich nicht verstehen oder verstand mich wirklich nicht, auf jeden Fall brachte er mich zum Bahnhof anstatt zur Universitaet.

Ich war ziemlich sauer, weil er dafuer auch noch einen voellig ueberhoehten Preis verlangte. Aber da ich nun mal schon am Bahnhof war, entschied ich mich die Gunst der Stunde zu nutzen und ging in die Tourist Reservation Office, um meine Fahrkahrten fuer meine Weiterfahrt zu buchen. Ich bekam denn auch alle Tickets, die ich brauchte und werde nun am 1.1.08 nach Bodhgaya, der heiligsten Stadt der Budhisten und am 4.1.08 nach Puri ans Meer weiterfahren.

Dann liess ich mich zum Hauptgath an den Ganges zurueckfahren, um abends an der Pooja, der Abendzeremonie der Hindus teil zu nehmen. Hier lief ich dann Benny in die Arme und war froh Gesellschaft zu haben. Wir schauten uns die Pooja an, eine tolle und farbenfrohe Feuerzeremonie und entschieden danach gemeinsam in ein klassisches indisches Konzert zu gehen. Veranstaltet wurde das Ganze von der international music school of varanasi. Varanasi ist auch eine sehr musikalische Stadt. Unzaehlige Musikschulen und Musiklaeden findet man hier. Auch der welbekannte Sitar Spieler Ravi Shankar kommt gebuertig aus Varanasi.

Es gab ein wunderschoenes Konzert mit Sitar und Tabla, mit zwei sehr guten Musikern, die wohl schon Tourneen durch die ganze Welt und auch durch Deutschland gemacht hatten. Ein wirklicher ohren- und augenschmaus.

Bahnfahrt nach Varanasi

Irgendwo in Indien 27.12.07 - 28.12.07 / 10./11. Tag

So gegen 18:00 bin ich in Rishikesh aufgebrochen, um meinen Zug um 20:35 Uhr in Haridwar zu erreichen. Mit einer Autoriksha ging es zum Busbahnhof nach Rishikesh. Der Rikshafahrer musste mir scheinbar noch einmal besondere Schleichwege in Rishikesh zeigen, so dass wir durch die wildesten Ecken gebraust sind, wo ich vorher noch niemals war. Total kaputte Strassen und super viel Armut ueberall. Am Busbahnhof stand ein Bus schon bereit. Die oeffentlichen Nahverkehrsmittel funktionieren hier wirklich gut. Ich habe bei dreimal Busfahren, niemals mehr als 5 Minuten auf den Bus warten muessen.

In Haridwar angekommen, ging ich dann direkt zum Bahnhof. Das waren nur ca. 100 m Weg. Der Bahnhof war dann mal wieder einer der Schockingpunkte in Indien. Hier sassen und lagen eine Menge Menschen auf dem Boden und warteten geduldig auf die Zuege. Familien speisten auf dem Boden, andere hielten ein Schlaefchen. Das Ganze sah aus wie eine Auffangstation nach einer Naturkatastrophe, aber nicht so sehr wie eine Bahnhofshalle.

Ich kaempfte mich durch die Menge und suchte mir ein ruhiges Plaetzchen auf dem Bahnsteig. Natuerlich war ich viel zu frueh, also musste ich noch ueber eine halbe Stunde warten. Konnte dabei eine Affenfamilie beim Liebesspiel beobachten und die vielen Menschen, die mit irgendwohin mit dem Zug fahren wollten. Da Haridwar ein so wichtiger Ort fuer Hindus ist, waren Menschen aus allen Landesteilen zu sehen. Besonders fasziniert hat mich eine Familie, die so aussah als wuerde aus dem Busch stammen. Ohne Schuhe und nur gerade mit dem noetigsten bekleidet, super duenne Beine und Arme. Das erinnerte mich an die Buschmaenner in Afrika.

Endlich kam der Zug und er war sogar puenktlich, da indische Zuege in der Regel sehr stark verspaetet eintreffen. Das naechste Problem war, mein Zugabteil zu finden. Ich hatte ja eine Reservierung fuer den Schlafwagen. Alle schickten mich immer zum naechsten Wagon und keiner konnte mir genau sagen, wo ich meinen Wagon finden sollte. Also setze ich mich einfach in den ersten Wagen, da ich S1 gebucht hatte. Die anderen Fahrgaeste aber bestaetigten mir aber immer wieder, dass es sich um den Wagen S3 handelte. Nach 15 Minuten der Ungewissheit hiess es "ich koenne nun umsteigen, mein Wagen sei nun angekoppelt worden." Und so fand ich dann tatsaechlich meinen reservierten Schlafplatz.

Der Zug war ziemlich ausgebucht und indische Schlafwagenabteile haben keine abgetrennten Abteile. Ausserdem sind da wo in Deutschland der Gang ist noch zwei weitere Schlafplaetze, so dass auf dem Raum wo bei der DB 6 Leute schlafen, in Indien 8 Menschen Platz finden. In meinem Abteil war eine indische Familie untergebracht, eine Mutter mit ihren beiden erwachsenen Soehnen. Sie waren nicht an mir interessiert, ich denke ich war wohl als alleinreisende Frau etwas suspekt fuer sie. Aber mir passte das ganz gut, so musste ich mich nicht schon wieder mit irgendwem ueber die selben Fragen unterhalten.

Gegen 22:30 wurden dann die Betten aufgeklappt und ich richtete es mir moeglichst gemuetlich mit meiner Yogamatte unten drunter, meiner Decke und fuer den Kopf mein Yogakissen ein. Ich konnte ganz gut schlafen und erwachte so gegen 7:00, als alle anfingen die Betten wieder einzuklappen. Gegen 9:00 waren wir dann in Lucknow, wo meine Mitreisenden und fast alle anderen den Zug verliessen. Von hier an war es ziemlich leer im Zug. Anfangs genoss ich das noch sehr. Ich breitete mich aus und begann mein Buch zu lesen und die ziemlich trostlose Landschaft draussen zu beobachten.

Der Zug hielt nun so ziemlich an jedem Dorf. Meist hielten wir laenger als wir fuhren. Laut Reisefuehrer sollte die Reise etwa 15 1/2 Stunden dauern. Das Ganze zog sich und zog sich hin. Ich versuchte hin und wieder mit dem Kartenmaterial aus meinem Reisefuehrer herauszubekommen, wo wir uns wohl gerade befanden, das gestaltete sich allerdings schwierig, weil es in dieser Gegend keine groesseren Staedte gab und damit auch nichts in den Karten eingezeichnet war. Irgendwo im Nirgendwo!

Hin und wieder stiegen Passanten in den Zug, die ein paar Stationen mitfuhen und dann bald auch wieder ausstiegen. Auch hier gab es wieder einige, die versuchten mit mir Kontakt aufzunehmen, mit ein paar Brocken Englisch zumindestens meinen Namen und mein Herkunftsland erfragen wollten. Die Verstaendigung war allerdings recht schwierig, da die meisten wirklich sehr wenig bis gar kein Englisch konnten. Dann gab es aber immer mehr unangenehme Zeitgenossen, die mir ziemlich eindeutige Angebote machten. "Ich solle doch mit ihnen nach Hause kommen und da koennten wir dann schoene Sachen machen. Es wurde langsam dunkel und wir hielten mehr als wir fuhren. Ich wusste nicht wie lange das noch dauern wuerde und langsam bekam ich es mit der Angst. Am Ende wollte ich nur noch heile ankommen. Um 20:30 Uhr endete der Zug nach 23 Stunden Fahrt endlich in Varanasi.

Da ich mit einer so langen Fahrt nicht wirklich gerechnet hatte, hatte ich natuerlich auch nur Proviant fuer 15 Stunden dabei. Ich hatte zumindest 2 Flaschen Wasser dabei, das war schon mal sehr vorausschauend. Das mit der Verpfegung in indischen Zuegen ist allerdings kein Problem. Auf jedem Bahnhof rennen eine Menge von Leuten mit allem was sie haben und verkaufen koennen herum. Obst und Gemuese, Nuesse, Pakoras und Samosas und vor allem der indische Chai (indischer Gewuerztee mit ordentlich Zucker). Morgens frueh kam dann ein Bahnangestellter vorbei und fragte, ob ich ein Lunch haben wolle. Ich bestellte und ca. 2 Stunden spaeter wurde mir dann ein indisches Essen mit Reis und Wasser serviert, sehr schmackhaft fuer ca. 90 ct. Auch hier kam wieder die indische Buerokratie zum Tragen. Damit ich das Essen ausgehaendigt bekam, musste ich erst einmal wieder meine ganzen Daten angeben inkl. Passnummer. Komisch!

Am Abend zuvor hatte die inidsche Familie auch schon so ein Bahnessen bestellt. Das Ganze wurde in Aluverpackungen aehnlich wie in Deutschland serviert. Da es keine Muelleimer fuer all den Muell gibt, behilft man sich in Indien, indem man einfach den ganzen Muell aus dem Fenster wirft. Anders diejenigen, die unterwegs Erdnuesse oder aehnliches kaufen. Die Erdnuesse werden ausgepult und der Rest einfach auf den Boden geschmissen. So sieht dann ein indisches Zugabteil am Ende einer Reise aus wie Sau.

Beim Aussteigen lief ich dann Benny in die Arme und war nicht nur froh einen grossen westlichen Mann an meiner Seite zu wissen, sondern um so mehr froh als dass ich endlich mal wieder Deutsch sprechen konnte. Benny ist Lehramtsstudent aus Koeln und schon etwas laenger hier als ich. Ist sehr offen und interessiert sich fuer Yoga, Meditation und die indische Kultur. Herrlich mal wieder deutsch zu sprechen. Ich hab vorher schon angefangen in Englisch zu denken.

Benny hatte sich ein moeglichst billiges Hotel ausgeguckt und obwohl ich eigentlich hier etwas besser wohnen wollte, entschied ich, mich enfach an Benny und in seine Unterkunft mitzugehen. So wurden wir sogar ziemlich guenstig in die Yogi Lodge gebracht, wobei sich spaeter herausstellte, dass es wohl mehrere Unterkuenfte mit diesem Namen hier gibt. Das Hotel ist super einfach, sehr spartanisch ausgestattete Zimmer und ohne Fenster, aber es ist super billig (wieder nur 4 Euro) und es ist sauber und ich hab ein eigenes Bad.

Dann machte ich mit Benny gemeinsam noch einen kurzen Stadttripp zum Fluss und danach hatten wir ein super leckeres indisches Dinner. Bei einem Chai in einer der Buden am Strassenrand lernten wir dann noch einen Sadhu und seine Kumpels kennen. Das war sehr amuesant und so endete dieser Abend spaet.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Anekdoten und Anmerkungen

Ein paar Anekdoten und Anmerkungen zwischendurch:

Also das Reisen als Frau allein ist bislang fuer mich eigentlich nicht zum Problem geworden. Aber die Inder reagieren manchmal schon eher wunderlich. Heute z.B. da lief eine indische Familie an mir vorbei. Vater, Mutter und ein Sohn von ca. 7 Jahren. Sie blieben stehen. Der Vater veranlasste seinen Sohn mir die Hand zu geben und die ganze Familie verbeugte sich vor mir.

Gestern eine ganz aehnliche Situation. Im Restaurant in Haridwar sass ein aelterer Inder. Nachdem ich mich an den Nebentisch gesetzt hatte, starrte er mich mindestens 2 Minunten an, um dann zu fragen wo ich denn herkaeme. Er konnte allerdings kein Englisch, so dass ein anderer am Nebentisch uebersetzen musste. Nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich aus Germany bin, war alles klar.

Bruce hatte gestern eine Motorradtour in die Berge gebucht, um die grossen 6 und 7000 der himalayaischen Berge zu sehen. Sie waren wohl insgesamt 10 Stunden unterwegs, 10 Stunden auf einem Motorrad, danach kann man nicht mehr sitzen und stehen. Und dazu auf einem Motorrad durch den wahnsinnns indischen Verkehr. Ich glaube ich wuerde das nicht machen wollen. Auf dem Rueckweg ging dann ploetzlich das Benzin aus. Aber das machte nichts weiter, sie fuhren dann eben ohne Benzin und ohne Beleuchtung durch die indischen Nacht. Das ist Indien!

In meinem Zimmer brannte die Gluebirne durch. Also bin ich zur Rezeption gegangen und habe nach einem Ersatz gefragt. Sie verwies mich an einen Angestellten. Aber anstelle nach einer neuen Gluehbirne zu suchen, ging dieser ins Nebenzimmer und drehte dort die Birne raus, um sie bei mir wieder reinzuschrauben. Auch das ist Indien!

Ein ganz normaler Tag in Rishikesh

Rishikesh 26.12.07 / 8. Tag

Schon seit Tagen wurde von der Christmas Party am 25.12. abends im Laxman Jhula Hotel geredet, so dass Kathi und ich uns entschieden dort hin zum Weihnachtsfest zu gehen. Es sollte tolles essen, ein Feuerchen und einen DJ und Musik zum Tanzen geben. Wir kamen natuerlich als erste mit europaeischer Puenktlichkeit.

Der Mann von der Rezeption nahm uns beiseite und machte uns das grosse Angebot, dass man bei ihm Alkohol beziehen koenne. Dazu muss man wissen, dass in der heiligen Stadt Rishikesh kein Alkoholkonsum erlaubt ist. Er bot uns Bier, Wein und Whisky an. Ich wollte aber gar keinen Alkohol, Kathi schon. Sie entschied sich fuer ein Bier. Das wurde ihr dann auch gebracht, eingewickelt in Zeitungspapier, damit man nicht sehen sollte, dass es ein Bier ist. Dazu wurden wir aufgefordert das Bier moeglichst unauffaellig zu trinken.

Wir setzten uns auf die herlliche Terasse des Hotels, einer der schoensten Plaetze von ganz Rishikesh, weil man hier hoch ueber dem Ganges thront und ueber die ganze Stadt Rishikesh schauen kann. Dann wurden wir bedient mit Falafel, Pita etc. Bruce kam schliesslich auch noch und leistete uns Gesellschaft. Es war anscheinend nicht genug Werbung gemacht worden, denn die erwartete Kundschaft blieb aus. Ausser 2 japanischen Frauen, waren keine Nichtinder anwesend. Nachdem wir unser Mahl beendet hatten und das Bier getrunken war, gingen wir zur "Tanzflaeche". Die Hotelangestellten hatten hier ein paar Blechtonnen aufgestellt in denen Feuer vorbereitet war. Der DJ spielte laute Bollywoodschlager und die indischen Gaeste tanzten. Nun gesellten sich die Hotelangestellten zu uns und animierten uns, so dass wir auch zu tanzen begannen. Nach und nach hatten wir richtig Spass beim Tanzen um die brennenden Blechtonnen. Ab und an wurde ein Feuerwerk unten im Tal abgefeuert und wir hatten maechtig Spass. Kurz vor 10 war das ganze Spektakel dann zu Ende, da man in Rishikesh frueh schlafen geht, um frueh zu den Meditationen wieder aufzustehen. Wir gingen dann auch schlafen.
Heute habe ich eigentlich nicht viel gemacht. Es war ja mein letzter vollstaendiger Tag hier und den hab ich dann lieber zum Relaxen genutzt, weil ich ja nicht weiss wann es wieder mal so richtig ruhig wird.

Morgens bin ich erst einmal mit Kathi zu einem Einfuehrungsvortrag in Sivananda yoga gegangen. Eigentlich war dort eine schoene Atmosphaere, aber ich war zu muede, um dem Vortrag zu folgen und schlief immer wieder ein. Danach machte ich mich auf den Weg zum Basar. Ich wollte mir endlich indische Kleidung kaufen. Ich wurde auch sofort fuendig und kaufte mir ein wunderschoenes indisches Gewand. Dann bummelte ich noch ein wenig durch die Stadt, um wieder zurueck zu meinem Hotel zu kommen. Nachmittags sass ich in der Sonne und las ein wenig.

Am Abend goennte ich mir eine zweite Ayurvedische Massage und diese war einfach grandios. Eine kleine, ganz junge Inderin (max. 20 Jahre), aber die hatte eine wahnsinns Kraft und eine super Technik. Sie bearbeitete mich ueber eine Stunde mit Haenden, Fuessen und mit dem ganzen Koerper. Grossartig! Ich denke das muss ich auch irgendwann einmal lernen. Kathi hat naemlich einen 5-taegigen Kurs absolviert und die Grundtechniken dabei gelernt.

Weitere Bilder aus Rishikesh gibts hier...

Dienstag, 25. Dezember 2007

Tagesausflug nach Haridwar

Nachdem ich gestern abend keine Party mehr auftreiben konnte, habe ich mir noch eine Ayurvedische Massage zu Weihnachten spendiert. Es war herrlich, danach bin ich dann voellig entspannt ins Bett gegangen.

Daher war ich heute schon relativ frueh auf den Beinen und konnte so meinen Tagesausflug nach Haridwar in Angriff nehmen. Haridwar ist die naechste groessere Stadt hier in der Naehe und liegt ungefaehr 24 km entfernt. Mit dem Bus braucht man ca. 3/4 Stunde. So liess ich mich heute morgen erst mal mit einer Riksha zum Busbahnhof bringen. Dort stand dann auch schon ein Bus bereit, der gerade losfuhr und mich noch mitnahm. Es war eine der Luxusbusse und kostete ca. 5 Euro. Das ist super viel fuer indische Verhaeltnisse. Dafuer war der Bus ganz gut in Ordnung und vor allem hatte man ordentlich Platz. Vor allem fuer Langbeiner wie mich eine gute Sache.

In Haridwar ging ich dann erst mal zum Bahnhof, um mein Zugticket nach Varanasi zu reservieren. Am 27.12. werde ich dann also weiterreisen. Der Schalter an der Reservation Office war voll, aber es ging dann doch erstaunlich schnell. Natuerlich musste man auch hier wieder die indischen Buerokratiehuerden ueberwinden. Also wieder Formulare ausfuellen. Erstaunlicherweise bekam ich dann tatsaechlich ein Ticket im 2. Klasse Schlafwagen. Jetzt bin ich natuerlich sehr gespannt auf das Reisen in indischen Zuegen. Die Fahrt nach Varanasi soll laut Reisefuehrer 15 Stunden dauern. Ich hoffe, dass mit dem Ticket alles in Ordnung ist, da die Dame am Tresen mir nicht einmal sagen konnte, ob ich zwischendurch umsteigen muss. Das Ticket selber kostete mich sagenhafte 6 Euro.

In Haridwar liess ich mich dann erst mal mit einer Fahrradriksha zur Seilbahn fahren und fuhr mit der Seilbahn zum Mansa-Devi-Tempel.


Im Tempel selber war es mir zu hektisch, so dass ich mich schnell auf den Weg nach unten machte. Die indische Tempelkultur verstehe ich noch ueberhaupt nicht. Zum einen haben die Inder ueberall Tempel, jedes zweite Haus ist ein Tempel, indem einem der zahlreichen Goetterfiguren der Hindus gehuldigt wird. Aber Tempel sind nicht so ruhig und meditativ wie eine Kirche bei uns. Sie sind super quirlig und hektisch wie das restliche Indien auch.

Unterwegs fand ich noch einen herrlichen Platz mit toller Aussicht auf Haridwar und die Ganges-Ebene. Ich setzte mich, um die Aussicht zu geniessen und etwas zu entspannen. Von hier oben konnte man in weiter Ferne die 6000er und 7000er des Himalaya sehen. Sie schienen zwar fast im Dunst zu verschwinden, aber man konnte die schneebedeckten Gipfel sehen. Allerdings sehen sie auch nicht anders aus als die Alpen.

Kurze Zeit spaeter kam ein Touristenpaerchen. Sie hatten die bloede Idee die Affen mit Erdnuessen zu fuettern. Das war keine gute Idee, denn nach einer kurzen Weile scharten sich eine riesen Affenhorde um sie. Der groesste und Aelteste liess nicht locker, bevor er nicht die ganze Tuete Erdnuesse bekam.

Wieder unten in Haridwar schlenderte ich durch die herrlichen Gassen der Altstadt. Das ist wirklich Orient hier. Ueberall kleine Laeden mit Gegenstaenden mit herrlichen bunten Farben. Alles ganz eng und super einfach. Die Altstadt von Haridwar ist wirklich sehenswert.

Einer der heiligsten Orte der Hindus ist der Hari-ki-Pauri Ghat. Die Hindus kommen aus ganz Indien hierher, um ein Bad im Ganges zu nehmen. Ich setzte mich dort auf die Stufen und schaute den Badenden zu und liess mich vom Trubel treiben. Danach suchte ich mir ein kleines Restaurant direkt am Wasser, um etwas zu essen und machte mich dann auf den Rueckweg durch die Gassen der Altstadt und dann mit einer Fahrradriksha wieder zurueck zum Busbahnhof.

Dort fragte ich einen Mann der aussah als ob er Bustickets verkaufen wuerde, wo denn der Bus nach Rishikesh fahren wuerde. Er zeigte in eine Richtung. Aber dort standen mindestens 20 Busse. Kurze Zeit spaeter aber rief ein anderer Mann "rishikesh" und zeigte mir den Bus. Die Rueckfahrt trat ich mit dem Postbus an, der nicht im geringsten so bequem war wie der Bus auf der Hinfahrt. Meine Beine wollten einfach nicht zwischen die Sitze passen. Der Bus war voll bis auf den letzten Platz und einige mussten sogar noch stehen. Dafuer musste ich fuer die Rueckfahrt nur ca. 40 ct bezahlen. So unterschiedlich ist das in Indien.

Langsam merke ich, dass ich hier angekommen bin. Ich weiss mich zu bewegen, weiss so in etwa die Preise, weiss dass man handeln muss und kann und fuehle mich nicht mehr so hilflos wie am ersten Tag in Delhi. Indien ist ein hervorragendes Land, um als Frau allein unterwegs zu sein. Ich habe selten so wenig Anmache erlebt wie hier. Die Menschen sind unheimlich freundlich und super neugierig. Aber natuerlich sehen viele Inder die Europaer als Geldbringer und wollen nur Geld machen. Dabei ist es aber egal, ob man Frau oder Mann ist.






Weitere Bilder aus Haridwar gibts hier...

Froehliche Weihnachten

Erst mal froehliche Weihnachten an alle Leser des "indienbloggs".

Montag, 24. Dezember 2007

Rishikesh 24.12.07 / 7. Tag

Da ich ganz schoen geschafft war von unserem Tripp in den Nationalpark entschied ich mich heute einen ruhigen Tag einzulegen. Heute morgen verabschiedete sich Ivona, die weiter nach Varanasi wollte. Die Sonne schien wieder morgens und es versprach ein herrlicher Tag zu werden.

Nach dem Fruehstueck suchte ich erst mal eine Bank auf, da meine ersten am Flughafen in Delhi getauschten Rupies langsam dem Ende entgegen gingen. Das abheben von meinem Postbank Konto verlief ohne Schwierigkeiten. Dann setzte ich meinen Spaziergang fort und besuchte die Plaetze in Rishikesh, die ich zuvor noch nicht besucht hatte.
Unterwegs machte ich wieder einmal die Bekanntschaft mit einigen indischen jungen Maennern. Diese Bekannstschaften verlaufen eigentlich immer nach dem selben Schema.
1. Whats your name
2. where are you from
3. are you married
Dann wollen sie alles ueber Deutschland wissen. Und dann kommt irgendwann die Frage nach Hitler und dass sie Hitler ganz toll finden und wie ich den denn finde.

Nachdem die Maenner sich verabschiedet hatten, setzte ich meinen Spaziergang fort. Ich wollte zum Beatles Ashram, der sich ganz am letzten Ende von Rishikesh befindet. Dort war es herrlich ruhig, so dass ich eine lange Weile in der Sonne am Fluss lag und mein Buch "Kulturschock Indien" endlich mal auslesen konnte.

Gestern abend habe ich angefangen ueber meine Weiterreise nachzudenken. Ich will wohl auch als naechstes nach Varanasi, dann weiter nach Bodhgaya und schliesslich nach Bhubaneshwar und nach Puri ans Meer. Morgen werde ich wohl nach Haridwar fahren, um meine Fahrkarte fuer die Weiterfahrt zu organisieren und dabei werde ich mir natuerlich auch Haridwar anschauen, eine Stadt, die fuer die Hindus heilig ist.

Heute abend wird es noch eine Christmas Party am Strand geben, dort werde ich jetzt gleich mal hingehen. Mal sehn, was mich dort erwartet.

Rajaji Nationalpark

Rajaji Nationalpark 23.12.2007 / 6. Tag
Nachmittags gings dann also los zu unserem Safari Tripp. Vor der Reiseoffice wartete das Taxi, das uns dann in den nur wenige Kilometer entfernten Nationalpark brachte. Knapp eine Stunde Fahrzeit und wir erreichten den Eingang. Hier mussten wir wieder einige "Einreiseformalitaeten erledigen. Die Inder haben eine ganz komische Buerokratie. Eigentlich funktioniert gar nichts, aber es muss alles ganz genau auf dem Papier festgehalten werden. So muss man ueberall seinen Namen, sein Alter und sein Herkunftsland angeben, um Einlass zu finden. Das mussten wir auch hier. Die ganze Prozedur dauerte ca. 1/2 Stunde. Dann gings ab in den Jeep und in den Nationalpark.

Wir sahen zwar weder Elefanten, noch Tiger, noch Schakale oder aehnlich interessante Tiere, dafuer war es aber trotzdem ein toller Tripp durch die indische Landschaft. Wir fuhren durch zahlreiche beinahe ausgetrocknete Flussbetten, die in der Regenzeit sicher zu reissenden Fluten werden. Es ging die Berge herauf und herunter und es war wirklich abenteuerlich. Statt der erwarteten Tiere sahen wir Pfauen, eine Menge Rotwild, Wildschweine und eine ganze Reihe bunter und schoener Voegel. Ausserdem war am Wegesrand soviel Elefantenkot, dass ich hinter jeder Kurve eine Horde Elefanten erwartete. Diese hielten sich aber wohl lieber versteckt im Wald auf.

Einmal rief unser Fahrer "tiger, tiger" - aber er meinte nur den Tigerbird einen kleinen, bunten Vogel, den er uns zeigte. Langsam wurde es dunkel und damit kalt. Heute war der erste Tag an dem die Sonne sich hinter einer Wolkendecke versteckt hatte. Es wird langsam kalt hier. Nach 2 1/2 Stunden herumgeschuckel im Jeep waren wir muede und freuten uns auf die Heimfahrt.
Wieder hier angekommen waermten wir uns erst einmal mit einer Menge heissen Tee und Suppen wieder auf.

Sonntag, 23. Dezember 2007

Morgenmeditation in Rishikesh

Rishikesh 23.12.07 / 6. Tag
Morgens um 5 war ich mit Ivona zur Morgenmeditation im Sivananda Yoga Ashram verabredet. So machten wir uns zu Fuss auf in Richtung zum Ashram. Morgens ist es am schoensten hier, weil dann der Verkehr noch nicht unterwegs ist, keine Busse, keine LKW und keine todesmutigen Rikshafahrer.

Gestern bei unserer Stadttour gefiel mir der Ashram besonders, dort ist eine schoene Energie. Die Meditation war interessant, weil ich natuerlich die Morgenpraxis im Sivananda Yoga mit unserem Sadhana beim Kundalini Yoga vergleichen konnte. Da sind viele Aehnlichkeiten, aber beim Kundalini Yoga gefaellt mir morgens immer vor allem das Singen der schoenen Mantren. Die meditative Energie dort war leider nicht besonders, es war sehr unruhig.

Auf dem Rueckweg zum Hotel hatten wir mal wieder eine Begegnung der besonderen Art. Einer der ganz armen, die am Strassenrand in einer dreckigen Decke eingewickelt war, war gerade dabei aufzustehen. Er hatte ein Feuer am Strassenrand gemacht und war dabei Tee oder etwas aehnliches zu kochen. Er sah uns vom Yogaashram kommen und begann "Hare Krishna, Hare Krishna" zu singen. Und im Vorbeigehen wuenschte er uns dann einen guten Tag.

Danach ging ich dann erst mal nochmal ins Bett und fruehstueckte mit meinen englischen Freunden Bruce und Kathi. Mit Bruce bin ich am ersten Tag hier angekommen. Er ist ganz nett, aber unglaublich schwer zu verstehen, weil er einen schrecklichen schottischen Akzent hat.
Gleich gehts dann los in den National Park zu den wilden Tieren.

Samstag, 22. Dezember 2007

Rishikesh

Rishikesh 22.12.07 / 5. Tag

Heute habe ich das erste mal seit langem lange geschlafe, bis 9 Uhr. Dann war ich mit Ivona zum Fruehstuecken verabredet. Nach dem Fruehstueck wollten wir gerne eine Yogaklasse besuchen. So gingen wir in die Stadt, um verschiedene Plaetze fuers Yoga zu inspizieren.

Wenn man Yoga machen will muss man sich an die Zeiten hier gewoehnen. Morgens zwischen 5 und 11 Uhr gibt es Yoga und Meditationen und dann erst wieder nachmittags ab 16:30. So dass wir nach dem Fruehstueck kein Glueck hatten. So wanderten wir wieder zu unserer Unterkunft zurueck, um dann den weiteren Tag andere Ashrams aufzusuchen.

In unserem Hotel traf ich dann Kathi aus England, die ich gestern abend beim Abendessen kennen gelernt hatte und mit der ich einen Tripp in den nahe gelegenen Nationalpark machen wollte. Wir verabredeten uns fuer morgen und buchten gleich unseren Tripp.
Morgen werde ich also eine Jeep-Safari in den Nationalpark machen und Elefanten, Leoparden, Tiger uvm sehen. Da freue ich mich schon riesig drauf.

Nachmittags machte ich dann mit Ivona einen riesen Spaziergang durch die gesamte Stadt. Natuerlich wurden wir auch wieder von den jungen indischen Maennern angesprochen. Die sind einfach unglaublich neugierig und wollen immer alles ueber einen und ueber das Leben in Europa wissen. Deutschland liegt bei ihnen hoch im Kurs. Der junge Mann heute behauptete es waere sein Hobby mit Auslaendern zu reden und er waere heute extra von seiner Stadt ca. 100km entfernt nach Rishikesh gekommen, um Auslaender kennen zu lernen. Sie fragen einen immer das selbe, wollen wissen wo man herkommt, wie man heisst, ob man verheiratet ist und was man beruflich macht.

Nachmittags machten wir dann einen kurzen Halt an einer besonders schoenen Stelle am Ganges und genossen die Sonne. Ploetzlich tauchte so ein pseudo Sufi auf und machte ein heiliges Ritual, d.h. er presste seinen Finger auf das Auge mit ein wenig Asche. Dann wollte er Geld und schenkte mir dann noch eine billige Plastikkette. So ist Indien!

Abends wollten wir dann noch zum Triveni Ghat zum Sonnenuntergang. Die Ghats sind die heiligen Plaetze der Hindus, wo die Treppen zum Ganges hinuntergehen. Und dort gibt es abends immer Zeremonien zum Sonnenuntergang. Es war wunderschoen dort. Eine tolle Atmosphaere, mit Feuer, Musik, Glockengelaeut. Ein toller Ausklang des Tages.

Danach wanderten wir dann noch zurueck durch den Basar und nahmen uns eine Riksha ins Hotel.

Freitag, 21. Dezember 2007

Rishikesh





Rishikesh 21.12.2007 / 4. Tag

Die Nacht ueber habe ich endlich mal wieder ordentlich geschlafen, obwohl ein irrsinniger Sturm draussen tobte. Aber das ist wohl normal hier. Ich war relativ frueh wach (7:30) und draussen war es zu diesem Zeitpunkt immer noch sehr kalt und windig, weil die Sonne erst spaeter ueber die Berge steigt. So nutzte ich die Zeit, um erst einmal meine Waesche zu waschen.

Dann setzte ich mich auf die Terasse des Hotel Restaurants, um auf Ivona zu warten mit der ich zum Fruehstuecken verabredet war. Ivona ist das girl from Tcheck Republik, die ich gestern morgen hier angekommen bin. Sie kommt aus Prag und ist nett, nur ist sie sehr aengstlich und das ist in Indien echt schwierig.

Dann kamen nach und nach alle anderen Gaeste aus dem Hotel und verteilten sich auf die beiden Sonnentische auf der Terasse. Es wurde lustig und sehr international. Hier ist so ein richtiges Backpackerfeeling. Da sind Leute aus England, Griechenland, Israel, Suedafrika, Australien usw. So erfuhr ich einige interessante Dinge, was man hier in Rishikesh alles machen kann und erhielt auch weitere Tipps ueber Indienreisen.

Nach dem Fruehstueck entschieden Ivona und ich einen Wanderausflug zu einem Wasserfall ganz in der Naehe zu machen. Die erste Wegstrecke ging leider ueber die Hauptstrasse und da die Inder wie die Henker auf den Strassen unterwegs sind, ist es kein wirkliches Vergnuegen auf der Strasse zu wandern. Ueberall links und rechts der Strasse sind Schilder aufgestellt, dass man lieber langsam und gesund ans Ziel kommen soll.

Unterwegs begegneten uns eine Horde Geier, die erst ueber den Bergen ihre Runden machten, aber dann so nah kamen, dass ich sie sogar fotografieren konnte.

Dann ging endlich der kleine Wanderpfad in die Berge und wir konnten die Strasse verlassen. Es war anfangs ein herrlicher entspannter Spaziergang, abseits von Stress und Hektik des restlichen Indiens. Bald schon sahen wir die ersten kleinen Wasserfaelle und da die Sonne herrlich schien und es richtig warm wurde wollte ich unbedingt ins Wasser. Da ich aber weder Badesachen noch Handtuch dabei hatte, stuerzte ich mich kurzerhand nackt in die Fluten, wohlwissend dass man das in Indien eigentlich nicht tut. Da ich aber dachte, dass Ivona und ich alleine seien, machte ich das Wagnis. Aber just in dem Moment als ich mich in die Fluten stuerzte kamen zwei kleine indische Jungen um die Ecke gebogen. Ich denke sie werden den Schock ihres Lebens bekommen haben. Trotzdem war das kuze Bad herrlich erfrischend. Und wir setzten unsere Wanderung fort.

Etwas spaeter kamen wir zu einer weiteren Badestelle und zu dem Hauptwasserfall. Ein herrlicher Platz, wo man eigentlich dachte mit den Affen, die dort in Huelle und Fuelle durch die Baeume huepften und der Natur allein zu sein. Aber nach dem Erlebnis weiter unten am Fluss, hatte ich nun kein Beduerfnis nach einem weiteren Badeabenteuer. Und das war auch gut so. Denn schon kurze Zeit nach uns kam eine Gruppe indischer junger Maenner zum Baden.

Nach der Badestelle wurde der Weg sehr steil und da wir weder die richtigen Schuhe noch genug Wasser bei uns hatten, entschieden wir uns umzudrehen. So gingen wir in Ruhe wieder in den Ort zurueck und suchten uns ein nettes Plaetzchen zum Essen. Gestern hatte ich ein nettes Restaurant direkt an der Bruecke ueber den Ganges gesehen zu dem wir nun gingen. Das Essen war super, aber sehr angepasst an den Geschmack der Touristen. Dann machten wir uns wieder auf den Weg auf den Huegel wo unser Hotel liegt. Langsam ging die Sonne unter und es wurde etwas kuehl, so dass ich mich entschloss erst mal mein Tagebuch weiter zu schreiben, bevor ich nachher nochmal ins Restaurant hier im Hotel gehen werde.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Ankunft in Rishikesh

20.12.07 Rishikesh / 3. Tag

Morgens um 4:30 hielt der Bus ploetzlich. Meine westlichen Mitreisenden standen auf, um den Bus zu verlassen. Und ich erfuhr, dass ich auch aussteigen musste, da der Bus wohl noch weiter fahren wuerde. Nun standen wir eine kleine Gruppe um 5 Uhr morgens mitten in der Wildnis. Wohin?

Wir entschieden uns erst mal zu Fuss loszuziehen. So konnte ich denn auch gleich einen ersten Blick auf den Ganges werfen. Irgendwann kam dann so ein groesseres Taxi und wir entschieden uns erst mal die erste Adresse anzufahren, die in unseren Reisefuehrern genannt war. Das war dann leider ein Yogaashram in dem man nur bei 10-taegigem Aufenthalt wohnen konnte. Dazu war ich noch nicht bereit, wollte ich doch erst mal sehen, ob Rishikesh mir ueberhaupt gefaellt. Unsere beiden japanischen Begleiterinnen entschieden sich dort zu bleiben und der Rest der Truppe machte sich auf etwas anderes zu finden. So wanderten wir dann also 1 1/2 Stunden durch Rishikesh bis wir ein nettes kleines Hotel fanden, was auch in meinem Reisefuehrer als guenstig und sauber beschrieben wurde. So lernte ich dann ein nettes girl aus der Tschechei kennen, mit der ich heute abend zum Essen verabredet bin. Hier nahmen wir uns dann jeder ein Zimmer und ich schlief erst mal bis Mittags. Das Zimmer ist sehr kalt und ich bin dankbar, dass ich noch eine eigene Decke mithabe. Denn trotz Wollsocken hatte ich immer noch eiskalte Fuesse. Fuer heute Nacht habe ich mir aber noch eine 3. Decke organisiert. Ich hoffe das laesst sich dann aushalten.

Das Hotel ist sehr einfach. Aber es ist recht sauber. Ausser, dass ich erst einmal eine fette Kakerlake aus dem Waschbecken entfernen musste, laesst es sich fuers erste aushalten. Und fuer 4 Euro kann man glaub ich auch nicht viel mehr erwarten.
Meine Zimmertuer
Der Blick von meiner Terasse

Der Garten des Hotels
Um 2 Uhr bin ich dann aufgestanden und habe mir erst einmal in dem sehr schoenen Restaurant ein leckeres Fruehstueck bestellt. Im Restaurant sassen einige Leute, die wohl auch im Hotel wohnen. Die sehen alle super nett aus. Das ist hier so ein richtiges nettes Backpacker Haus. Toll!

Dann habe ich einen herrlichen Spaziergang durch Rishikesh gemacht und die vielen, vielen Yogaahsrams gesehen. Das ist wirklich eine echte Yogastadt.
Der Kriya Yoga Ashram ist genau unterhalb meines Hotels

Als ich dann den Ganges endlich erreichte, setzte ich mich ein wenig ans Flussufer, um die herrliche Sonne, den Fluss und die Berge zu geniessen. Sofort kam eine groessere Gruppe indischer Maenner auf mich zu. Sie wollten Fotos von sich machen und kamen sofort ins Gespraech mit mir. Die Inder sind sehr neugierig, wollen alles ueber uns wissen und sind dabei aufmerksam und sehr freundlich.
An der Laxman Jula Bridge, einer der schoensten Plaetze Rishikehs

Danach schaute ich mir noch die vielen Laeden des Basars an und machte mich auf den nach Hause weg. Jetzt bin ich zum Dinner mit dem girl aus Tschek Republik verabredet. Vielleicht machen wir ja noch was zusammen. Sie ist auch allein unterwegs.

Delhi

19.12.07 Dehli / 2. Tag

Die Nacht hatte ich schlecht geschlafen, weil ich nicht wusste, ob sich der Chef an unsere Abmachungen halten wuerde und weil ich mich etwas geaergert habe, weil ich mich so hab uebers Ohr hauen lassen.

Erst mal gab es ein Fruehstueck im Hotel. Dann wurde ich abgeholt und in die Office gebracht, wo ich auch mein Gepack hinbrachte, damit es dort den Tag ueber auf mich warten konnte, solange wie ich in Dehli unterwegs war. Dann kam auch schon das Taxi, dass mich den ganzen Tag durch Delhi fahren sollte. Wir fuhren dann zu den wichtigsten Sehenswuerdigkeiten:

Zuerst besichtigten wir den Lakshmi-Narayan Tempel, einen typischen nordindischen Hindutempel
Dann gings weiter zum das Regierungsviertel. Hier merkt man den britischen Einfluss auf die Stadt Delhi sehr und kann das koloniale Erbe der Briten bewundern. Man meint hier in London oder Paris zu sein. Danach gings zum(r) Qutb Minar einer Palastruine aus dem 12. Jahrhundert mit Moschee. Danach fuhren wir zum Lotustempel am Rande der Stadt und schliesslich zum Hamazun-Mausoleum. Dies ist ein herrlicher Platz mit wunderschoenen Gebaeuden und einer grossen, herrlich gepflegten Gruenanlage. Eine herrliche Oase in dem sonst so chaotischen Delhi. Delhi ist eigentlich eine recht gruene Stadt, mit vielen Gaerten und Parkanlagen. Aber weil alles so furchtbar staubig ist von dem vielen Verkehr, kann man das Gruen gar nicht mehr wahrnehmen. Dann gings in ein nettes indisches Restaurant. Als letzten Sightseeing Punkt war die India-Gate vorgesehen. Hier waren enorm viele Menschen und alle wollten sie einem etwas verkaufen. Ich merkte langsam meine Kopfschmerzen aufkommen, so dass ich nichts mehr richtig geniessen konnte. Delhi ist eine schreckliche, grosse, dreckige und wahnsinnig laute Stadt. Es gibt schon einiges zu sehen, aber die Sehenswuerdigkeiten liegen alle unglaublich weit auseinanden, so dass man lange mit dem Auto von Ort zu Ort unterwegs ist und das bei diesem wahnsinns Verkehr. Alle wollen einem etwas verkaufen. Auch das ist sehr anstrengend. Nach einem guten Mittagessen in einem feinen indischen Restaurant hatte ich dann wirklich genug. Ich freute mich nur noch darauf Dehli so schnell wie moeglich wieder zu verlassen. Nachdem ich dann nachmittags noch die obligatorischen Shoppingcenter besucht hatte, setzte mich der Taxifahrer gegen 4 Uhr wieder an der Office ab. Hier wartete auch schon der junge Mann vom Vortag, um mir avancen zu machen. Er wolle so gern mit mir zusammen durch Indien Reisen, wenn ich wieder in Dehli sei, sollte ich mich unbedingt bei ihm melden, damit wir dann etwas zusammen unternehmen koennten.

Hier kann man weitere Bilder von meiner Stadttour in Delhi sehen...

So war ich froh, als ich die Einladung von dem Neffen des Chefs bekam, dass er mich noch ein wenig durch die Gegend fuehren wuerde. Der war sehr nett und studierte Wirtschaft und wir hatten bald interessante Gespraechsthemen und fuehrten eine angenehme Unterhaltung. Dann sassen wir noch eine Weile in der Office zusammen, bis sich der Chef und der Neffe verabschiedeten, so dass ich mit dem ersten jungen Mann allein uebrig blieb, der mich in den Bus setzen sollte. Am Ende machte ich ihm dann aber klar, dass das mit uns nichts wird und er brachte mich ins Hotel nebenan, wo ich dann fast bis 22:00 wartete. Dann kam der Busfahrer, um mich abzuholen.

Der Bus war ein uraltes Modell. Aber schon im Bus wusste ich, dass ich mich richtig entschieden hatte, denn der Bus war voll mit Backpackern allen Alters aus dem Westen. Beim ersten Anfahren dachte ich, dass der Bus gleich auseinanderbrechen wuerde. Ich wurde dann auch noch auf die Vorletzte Bank verwiesen, wo es besonders stark huppelte. Wurde also die ganze Nacht hin und hergeworfen und das mit wahnsinnigen Kopfschmerzen, die ich mir in dem Chaos von Dehli geholt hatte. Ein wenig schlafen konnte ich aber dennoch, da ich zumindest eine ganze Bank fuer mich allein hatte.

Ankunft in Delhi




Delhi 18.12.07 / 1. Tag

Der Flug nach London war reichlich beengt. Neben mir hatte ein ziemlich dicker Asiat Plaz genommen. Der war so dick, dass er 2 Plaetze gebraucht haette. In London hatten wir dann 3/4 stunde Verspaetung. Das machte aber nichts, da ich 3 Stunden zum Umsteigen hatte. Das Umsteigen in London ist nicht gerade angenehm, weil man stundenlang durch mehr oder weniger leere Gaenge laufen muss und oft gar nicht mehr weiss, ob man noch richtig ist. Meinen Flieger nach Delhi habe ich jedenfalls gefunden und wir sind dann mit ca. 1 Stunde Verspaetung losgeflogen.

Der Flug verlief reibungslos und ich konnte sogar ein wenig schlafen. Leider war ich eine der letzten beim Aussteigen, so dass ich mich an die Schlange fuer die Immigration anstellen musste und ca. 1/2 Stunde warten musste. Nach dieser Prozedur war mein Gepaeck schon ausgeladen und ich fand es neben dem Laufband liegen. Dann habe ich erst mal Geld getauscht und bin dann zum PrePaid Taxistand, um eine Taxifahrt in die Innstadt und in mein Hotel zu buchen. Der PrePaid Taxistand ist eine gute Idee, um Neuankoemmlingen das Verhandeln ueber den Preis zu ersparen, kann man hier ein Taxi zum Festpreis buchen.

Die Taxifahrt in die Innenstadt dauerte ca 3/4 Stunde und war super heftig. Der Verkehr in Delhi ist einfach total chaotisch. Da wo normalerweise 2 Spuren sind wird 3-spurig gefahren und dort wo 3 Spuren sind wird 4-spurig gefahren. Das Wichtigste im indischen Strassenverkehr ist zu hupen. Am besten nimmt man die Hand gar nicht mehr weg von der Hupe. So dass man rund um die Uhr in Delhi ein wahnsinns Hupkonzert hoeren kann.







In der Innenstadt angekommen, sagte mir der Taxifahrer, dass er nicht wisse, wo das Hotel ist und dass wir fragen muessten. Ein Passant schickte uns dann in eine Tourist Office, wo wir wenig spaeter dann landeten. Das war aber wohl alles nur Theater und ein abgekartertes Spiel. In der Tourist Office wurde dann angeblich mit meinem Hotel telefoniert und man sagte mir, dass sie meine Reservation nicht finden koennen und dass sie voll waeren. Daraufhin bot mir der nette man in der Office ein schoenes sauberes Hotelzimmer an und fragte, was ich denn noch so weiter vorhabe.

Nun erzaehlte ich, dass ich weiter nach Rishikesh wolle. Daraufhin fing er an auf mich einzureden, dass Rishikesh viel zu kalt waere und er mir nur raten koenne einen Rundtripp nach Rajasthan zu machen. Oder er haette da auch noch ein "very special offer". Ich sollte nach Kashmir fahren und dort ein Houseboattripp machen und dann noch verschiedene Stationen im Norden abklappern. Naja, nach vielem hin und her merkte er, dass er mich nicht von meinem Plan nach Rishikesh zu fahren abbringen konnte. Also machte er mir dann folgendes Angebot. Ein schoenes, sauberes Hotel fuer die erste Nacht und die Fahrt nach Rishikesh. Nach Zahlung eine utopischen Summe wurde ich dann ins Hotel gebracht. Ich hatte ein etwas mulmiges Gefuehl, weil ich wusste, dass er mich uebers Ohr gehauen hatte und nur seinen Handschlag gegeben hatte, dass das alles gehen wuerde. Ich hatte also nichts in der Hand und schon erst mal ordentlich Geld ausgegeben.

Das Hotel war ok. Es war sauber, hatte eine richtige Toilette mit Klopapier und ein Dusche mit warmem Wasser. Es hatte sogar ein Fenster und lag in einer Seitenstrasse, so dass es nicht allzu laut war. Nun legte ich mich erst mal aufs Ohr und schlief 2 Stunden. Danach ging ich ein bisschen den Basar auf und ab und schaute mir die herrlichen Stoffe und Gewaender an, die in allen Geschaeften ausgehaengt waren. Dann ging ich zurueck in die Office, weil ich wissen wollte wie es jetzt weiter gehen sollte mit meinen Plaenen nach Rishikesh zu fahren.

Der Chef erklaerte mir, dass es nur einen Bus ueber nacht nach Rishikesh gaebe und dass dieser morgens zwischen 4 und 5 Uhr in Rishikesh ankommen wuerde. Er wuerde ja immer noch seine Idee mit dem Tripp nach Kashmir vorschlagen, das waere dann alles besser organisiert. Und er haette nochmal ordentlich an mir verdient. Wir verabredeten dann fuer den naechsten Tag eine Stadtrundfahrt und ich blieb beim meiner Idee nach Rishikesh zu fahren.

Dann sassen wir noch eine Weile in der Office. Diese war ein Treffpunkt fuer die jungen Leute von Delhi. Und so lernte ich gleich einige junge Maenner aus Delhi kennen. Nun hatte ich langsam auch Hunger, hatte bislang aber noch kein vernuenftiges Restaurant gesehen. Auf der Strasse essen am ersten Tag wollte ich nicht unbedingt. So schlug mir der Chef der Office vor mit einem der jungen Maenner ins Resaurant zu fahren. Da es ein bisschen weiter dorthin war, mussten wir das Motorrad nutzen. Schon morgens hatte ich gedacht, dass bei den chaotischen Strassenverhaeltnissen in Delhi das Motorradfahren selbmoerderisch ist. Ich liess mich dann aber ueberreden und wir suchten ein fantastisches Restaurant auf, in dem ich gute indische Kueche essen konnte.

Danach brachte mich der junge Mann wieder zurueck zur Office, wo er mir dann eindeutige Angebote machte. Ich war aber nun wirklich super muede und verabschiedete mich, um schlafen zu gehen.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Meine Reiseführer

Wichtig ist es natürlich, sich auf eine Reise raus aus Europa gründlich vorzubereiten. Ich habe mich nun für 2 Reiseführer entschieden, die ich mitnehmen möchte.

Kulturschock Indien von Rainer Krack: Dies ist eigentlich kein Reiseführer im engeren Sinne. Das Buch versucht einem Indienreisenden das Leben in Indien zu erklären, so dass man auf alles was einen dort erwartet einfach besser vorbereitet ist. Der Autor gibt Hinweise zu den vielen Religionen und den jeweiligen Traditionen, er erklärt wie die Familienstrukturen in Indien funktionieren und er gibt natürlich auch praktische Tipps für Indienreisende. Weitere Infos gibts auch bei amazon...





Indien der Norden von Martin Barkemeier: Da ich vorhabe mich hauptsächlich in Nordindien aufzuhalten, bietet dieser Reiseführer für mich die besten Informationen. Der Autor nimmt jede kleine Stadt, die irgendwie für den Touristen interessant sein könnte, unter die Lupe. Außerdem gibt es eine Menge praktischer Reisetipps, die mir schon vor der Reise sehr nützlich waren. Auch hier gibts weitere Infos bei amazon...

Meine Reise nach Indien

Nachdem ich mich im Spätsommer nun endlich entschieden hatte dieses Jahr meinen Traum wahr zu machen und nach Indien zu fliegen, geht es nun bald wirklich los. Ende September hatte ich den Flug nach Delhi gebucht. Am Montag 17.12.2007 am Abend geht mein Flieger nach Delhi. Am Dienstag 18.12.2007 werde ich vormittags in Delhi landen. Eine Nacht im Hotel habe ich schon gebucht, alles andere werde ich dann vor Ort entscheiden. Eigentlich habe ich vor am Mittwoch früh nach Rishikesh der Yogastadt am Ganges aufzubrechen und dort dann ein paar Tage zu bleiben, um mich an das neue Klima und das indische Leben zu gewöhnen. Rishikesh ist der Ort an dem auch schon die Beatles meditiert haben und zur Zeit sehr beliebt unter westlichen Reisenden, die Meditation und Yoga lernen wollen.

Wer Lust hat meine Reiseroute zu verfolgen, der ist herzlich eingeladen regelmäßig hier im Blog nachzulesen, wo ich gerade bin und was ich mache.